Die Heilsarmee ist da für Menschen – weltweit. Mit unserer Arbeit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Gesamtmission der Heilsarmee: Die Förderung eines eigenverantwortlichen und sinnerfüllten Lebens in Würde. Doch grenzenlose Solidarität bröckelt und zerfällt. Westliche Staaten kürzen oder beenden ihre Hilfsprogramme, allen voran die USA. Die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme und kürzt mehrere hundert Millionen Franken in der internationalen Zusammenarbeit.
Von diesen Kürzungen bleibt auch die Heilsarmee nicht verschont. Wir mussten jedoch noch keine Projekte streichen – auch dank der Unterstützung durch private und institutionelle Spenden. So erreichten wir auch 2025 rund 300’000 Menschen in über einem Dutzend Partnerländern in Afrika, Lateinamerika und Asien.
Wir bleiben dort tätig, wo andere wegschauen und auch dort, wo staatliche Gelder gekürzt werden. Beispielsweise in Haiti: Unser neu formiertes Schulprogramm ermöglicht 2’500 Kindern den Schulbesuch. Damit bleibt die Heilsarmee einer der grössten nicht-staatlichen Anbieter von Bildung im Land. Denn allein 2025 mussten landesweit 1’600 Schulen schliessen. Oder Myanmar: Nach dem Erdbeben im März 2025 erhielten 3’000 Familien Lebensmittelpakete und Medikamente und damit auch eine dringend benötigte Basis für ein eigenverantwortliches Leben in Würde.
Von Hoffnung und Zuversicht
Wir geben das Wort Menschen, die durch die Heilsarmee unterstützt wurden und im Zentrum unserer Arbeit stehen. Krayzie Heroda, Nisha Haleen und Bruno da Silva erzählen aus ihrem Leben – davon, wie sie für eine bessere Zukunft kämpfen und sich neue Perspektiven erarbeiten. Für sich, ihre Familien und ihre Gemeinschaften. Es sind Geschichten, die bewegen und berühren – und zugleich von Hoffnung und Zuversicht erzählen. Geschichten die zeigen, wie internationale Zusammenarbeit wirkt.
Was sind die globalen Folgen der Budgetkürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit? Und wie reagieren private Hilfswerke wie die Heilsarmee auf diesen beispiellosen Abbau?
Darüber haben wir im „Spendenreport 2025“ der Stiftung Zewo und Swissfundraising einen Artikel geschrieben.
Neben ihrer langfristigen Entwicklungszusammenarbeit leistet die Heilsarmee auch schnelle und gezielte Hilfe in Katastrophensituationen. 2025 unterstützten wir unter anderem die Betroffenen des Erdbebens in Myanmar sowie des Hurrikans Melissa in der Karibik.
Myanmar
Am 28. März 2025 hat ein Erdbeben der Stärke 7,7 Myanmar erschüttert. Mehr als 3’300 Menschen kamen ums Leben, Tausende wurden verletzt oder obdachlos. Die Heilsarmee vor Ort leistete unmittelbar humanitäre Hilfe.
Lokale Teams verteilten in und um Mandalay lebensnotwendige Hilfsgüter wie Trinkwasser, Reis, Speiseöl, Decken und Matten – auch in abgelegenen Dörfern, die kaum erreicht wurden. Über 450 Haushalte erhielten Soforthilfe. Zudem ist ein längerfristig angelegtes Nothilfeprojekt für tausende weitere Familien angelaufen. Mitfinanziert durch Spenden aus der Schweiz versorgt die Heilsarmee vor Ort Betroffene mit Lebensmitteln, sauberem Wasser, Schlafplätzen und Solarlicht.
Unpassierbare Strassen, kaputte Häuser, abgerutschte Hänge: mit Windgeschwindigkeiten über 300 Kilometer pro Stunde fegte Hurrikan Melissa am 28. Oktober 2025 über Jamaika und sorgte für Zerstörung. Der Sturm zählt zu den stärksten, die je gemessen wurden. Die anhaltenden Winde und tagelange, sintflutartige Regenfälle führten landesweit zu Stromausfällen und Schäden an der Trinkwasserversorgung. Familien verloren ihr Zuhause.
Die Heilsarmee war unmittelbar nach dem Sturm im Einsatz und konnte dank ihrer lokalen Verankerung schnell reagieren – auch in schwer zugänglichen Regionen. Über 212’000 Menschen auf der ganzen Insel wurden mit Hilfsgütern versorgt, darunter 27’000 Flaschen Wasser, 25’000 Hygiene-Sets, 9’000 Lebensmittelpakete, 131’000 Mahlzeitensets und 66’000 warme Mahlzeiten. Die Unterstützung aus der Schweiz hat dazu beigetragen, dass grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Wasser und Kommunikation wieder gedeckt werden konnten. Sie zeigt, wie gezielte Hilfe vor Ort wirkt – und Menschen in einer akuten Notsituation konkret unterstützt.
Familien in Kenia erhielten Regenwassertanks im Co-Finanzierungsmodell – nun bleibt mehr Zeit für Schule, Arbeit und Erholung statt täglicher Wege für verschmutztes Wasser.
93 %
der an einem Projekt teilnehmenden Haushalte in Simbabwe steigerten ihr Einkommen durch Spargruppen und einkommensschaffende Aktivitäten wie Geflügel- oder Bienenzucht sowie Ernteüberschüsse, manche um bis zu 40 Prozent.
1'250
Menschen – mehrheitlich junge Frauen – schlossen mit Unterstützung der Heilsarmee eine Berufsbildung ab – fünfmal mehr als erwartet.
21'909
Projektteilnehmende kennen nun ihre Rechte – und trauen sich, sie einzufordern. Körperliche Strafen im persönlichen Umfeld haben abgenommen.
22’248
Menschen nahmen an Aktivitäten zur Prävention von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt teil – und erkennen Gewalt nun früher.
10%
Mehr Frauen in Entscheidungs- und Leitungsgremien in unseren Projekten – beispielsweise Dorfkomitees – verzeichneten wir 2025 im Vergleich zum Vorjahr: Frauen fördern und ermächtigen funktioniert.
Patenschaftsbericht «Sauberes Wasser für Afrika»
Nebst Kenia, Sambia und Simbabwe setzen wir neu auch Projekte mit WASH-Komponenten in Südafrika und der Republik Kongo um. Dort wurde für drei errichtete Lernzentren der Zugang zu Wasser durch Bohrlöcher gesichert. In Kenia erhielten über 500 Haushalte einen neuen Wassertank, und an sechs Schulen wurden Toilettenanlagen gebaut. Weitere 21 Schulen wurden mit neuen Wassertanks ausgestattet, die die Kinder mit sauberem Trinkwasser versorgen. In 19 Gemeinden fanden zudem Hygieneschulungen statt.
In Simbabwe wurde eine externe Evaluation durchgeführt. Diese bestätigte, dass das WASH-Projekt zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Ernährungsvielfalt beigetragen und zahlreiche lokale Wertschöpfungsketten gestärkt hat. Auch das grosse WASH-Projekt in Sambia wurde 2025 abgeschlossen und erzielte grosse Fortschritte: 93 Prozent der teilnehmenden Haushalte berichten über einen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser.
«Die langen Wege, die wir für Wasser gehen mussten, sind vorbei.»
Stella Mayoukou (46)
Republik Kongo
Die Erfolgsgeschichte von Stella Mayoukou
«Mein Mann und ich haben vier Kinder. Wir leben in der Republik Kongo, wo wir Maniok und Erdnüsse anbauen. Wegen unglücklichen Vorfällen haben wir alles verloren. Doch das Projekt der Heilsarmee gibt uns neue Hoffnung und eine neue Grundlage. Wir haben nun einen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Meine Kinder sind nun weniger krank und ich habe mehr Zeit, mich um die Ernte zu kümmern. Ich bin stolz zu sehen, in welche Richtung sich das Projekt und unser Fortschritt bewegt. Ich bin in das Projekt eingebunden, kann an Sitzungen teilnehmen und bei Entscheidungen mitreden, damit unsere Gemeinschaft einen wirklichen Wandel erleben darf.»
Was wurde mit den Spenden 2025 realisiert?
Ein Grossteil der Mittel floss in den Bau von Bohrlöchern, Toilettenanlagen und Hygienestationen ein. Weitere Ausgaben betrafen die Löhne der Projektmitarbeitenden, Solarpanels für den Betrieb der Bohrlöcher sowie zusätzliche Hygienemassnahmen. Dazu gehört beispielsweise die Sensibilisierung in Gemeinden und Schulen. In diesen Schulungen erwerben die Teilnehmenden wichtiges Wissen zu Hygiene und Gesundheit, was zur Vorbeugung von Krankheiten beiträgt.
Ausblick
Mit dem Projekt in Südafrika ist die Heilsarmee im WASH-Bereich nun in fünf Ländern aktiv. Allein dort erhalten über 10'000 Menschen, darunter 6'000 Kinder, Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das Projektpersonal wurde bereits 2025 rekrutiert. In diesem Jahr beginnt die Umsetzung erster Aktivitäten. Zudem starten in Sambia und Simbabwe zwei neue Projektphasen mit WASH-Komponenten. Die beiden Vorgängerprojekte wurden erfolgreich abgeschlossen und evaluiert.
Weitere Themenpatenschaften
Die Heilsarmee bietet nebst der Themenpatenschaft „Sauberes Wasser für Afrika“ drei weitere Patenschaften an: „Bildung weltweit“, „Kinder und Familie“ sowie „Wissen und Bildung für Haiti“. Durch die Themenpatenschaften können wir Ihre Spenden kontinuierlich und nachhaltig einsetzen.