«Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.»
Johannes 12,45
In einer Welt, in der viele sich übersehen fühlen, erinnert uns Weihnachten daran: Gott sieht uns – jeden einzelnen. Er kommt uns nahe, mitten in unser Leben, um uns zu zeigen: Du bist nicht unsichtbar. Ich nehme dich wahr.
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Wir alle tragen sie in uns – die Sehnsucht, gesehen zu werden. Nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit oder in den sozialen Medien, nach dem Motto «Sehen und Gesehen-Werden». Sondern wirklich wahrgenommen zu werden: als Mensch, mit all dem, was uns ausmacht – mit unseren Träumen, Wünschen, Stärken und Schwächen.
Über 8 Milliarden Menschen leben auf der Welt – wie kann Gott mich da als einzelnen Menschen sehen? Dazu gibt es eine bewegende Geschichte im Alten Testament der Bibel. Hagar, eine junge Sklavin, flieht nach einer schweren Auseinandersetzung mit ihrer Hausherrin in die Wüste. Als rechtlose, verstossene, zudem schwangere junge Frau hat sie wenig Überlebenschancen. Doch dann begegnet ihr Gott durch einen Engel. Er spricht ihr Mut zu, gibt ihr Zusagen für ihre Zukunft. Hagar erkennt aus dieser Begegnung: «Du bist ein Gott, der mich sieht.» (1. Mose 16,13). Selbst in der Wüste meines Lebens bin ich nicht unsichtbar. Gott hat mich im Blick. Und sie gibt ihm einen Namen: «El Roi», der mich sehende Gott.
Im Psalm 139,15–16 heisst es: «Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben – noch bevor einer von ihnen begann!»
Diese Worte sind ein starker Zuspruch: Noch bevor ein Mensch das Licht der Welt erblickt, ist er von Gott gesehen. Kein Leben ist anonym, keine Geschichte bedeutungslos und vom Zufall bestimmt.
Mit der Heilsarmee wird Weihnachten für alle zu einem Fest der Gemeinschaft. So bringen wir Wärme und Hoffnung in die Herzen derer, die es am meisten benötigen.
Hoffnung entfalten
Irene Gerber
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