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Heidi Imboden ist bereits die vierte Frau an der Spitze der Heilsarmee Schweiz, aber die erste seit den 1960er-Jahren. Das ist ein starkes Zeichen in der christlichen Landschaft, in der Frauen in obersten Leitungsfunktionen bis heute selten sind. Anders als in vielen anderen christlichen Organisationen waren die Geschlechter in der Heilsarmee seit ihrer Gründung im Jahr 1865 in allen Funktionen gleichgestellt. Schon als die Heilsarmee 1882 in der Schweiz eine Niederlassung eröffnete, wurde diese Expansion von einer Frau geleitet.
«Die Heilsarmee hat meinen Weg über viele Jahre geprägt. Ich freue mich, in dieser neuen Rolle Verantwortung übernehmen zu dürfen und im Wissen um die Führung Gottes sowie mit der Unterstützung kompetenter Kolleginnen und Kollegen die Zukunft der Heilsarmee in der Schweiz, in Österreich und in Ungarn mitzugestalten», sagt Heidi Imboden zu ihrer neuen Aufgabe.
Daniel Imboden, der bisherige Chefsekretär (CEO) der Heilsarmee Schweiz, übernimmt eine neue Aufgabe: Er wird per 1. Juli 2026 gemeinsam mit seiner Frau Heidi Territorialleiter für die Schweiz, Österreich und Ungarn und verantwortet die Abteilung für internationale Beziehungen.
Die 55-jährige Heidi Imboden bringt als Heilsarmeeoffizierin Erfahrung in unterschiedlichen Geschäftsfeldern der Heilsarmee mit: Nach ihrer Tätigkeit als Primarlehrerin war sie hauptamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit der Heilsarmee aktiv, später Korpsoffizierin in Brienz und Winterthur, Bereichsleiterin im Kinderheim Paradies sowie Mitarbeiterin in der Personalabteilung am Territorialen Hauptquartier in Bern. Seit 2022 wirkt sie als Sekretärin für Territoriale Entwicklung für die Schweiz, Österreich und Ungarn. Zu ihren Weiterbildungen zählen unter anderem ein CAS in Führung und Zusammenarbeit in NPOs an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die Fachschule für Führungskompetenz (C-Leaders) sowie das Arrow Executive Leadership Program. Darüber hinaus bringt sie als Familienfrau und vierfache Mutter auch einen reichen persönlichen Erfahrungsschatz mit. Heidi Imboden und ihr Mann Daniel Imboden werden mit der Übernahme der Territorialleitung zu Kommissären der Heilsarmee befördert.
Internationale Erfahrung und Verbundenheit mit der Schweiz
Als neuer Chefsekretär (CEO) wechselt der 56-jährige Joël Etcheverry mit seiner Frau Karen Etcheverry aus dem Heilsarmee-Territorium Frankreich und Belgien in die Schweiz. Er ist dort derzeit bereits Chefsekretär. Das Ehepaar steht seit rund 30 Jahren als Offiziere im Dienst der Heilsarmee und war in verschiedenen Heilsarmee-Gemeinden, in der Jugendarbeit sowie in territorialen Leitungsfunktionen in Frankreich und Belgien tätig. Joël Etcheverry bringt nicht nur langjährige Leitungserfahrung und Erfahrung in der Projektentwicklung mit, sondern auch eine Ausbildung zum Berufsmusiker.
Für die Schweiz ist die Ernennung von Joël und Karen Etcheverry auch biografisch besonders: Beide wurden in Basel zu Offizieren ausgebildet und kehren damit an einen Ort zurück, der ihren Dienst wesentlich geprägt hat.
Die bisherige Leitung übernimmt neue Aufgaben
Die bisherigen Territorialleiter Henrik und Lisbeth Andersen verlassen nach fast sechs Jahren das Territorium Schweiz, Österreich und Ungarn und übernehmen neue Aufgaben innerhalb der internationalen Heilsarmee. Lisbeth Andersen wird Territorialleiterin für Schweden und Lettland, Henrik Andersen Berater für Gemeindeentwicklung im Auftrag des Internationalen Hauptquartiers der Heilsarmee in London.
Die Heilsarmee Schweiz: Kirche, Sozialwerk und internationale Hilfe
Die Heilsarmee Schweiz ist mit über 2200 Mitarbeitenden eine der grössten Nichtregierungsorganisationen der Schweiz und unterhält zahlreiche soziale Angebote und Institutionen. Gleichzeitig hat die Heilsarmee 49 Kirchgemeinden, sogenannte Korps, welche ebenfalls zahlreiche sozialdiakonische Angebote unterhalten.
Für viele vulnerable Menschen ist die Heilsarmee das letzte Auffangnetz. Für Wohnungs- und Obdachlose bietet die Heilsarmee schweizweit über 600 Plätze in Notschlafstellen und anderen Angeboten. Weiter betreibt sie 11 Wohnheime sowie Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung, mehrere Alters- und Pflegeheime, mehrere Kinder- und Jugendheime sowie Flüchtlingsunterkünfte – darunter im ehemaligen Berner Tiefenauspital die grösste Kollektivunterkunft des Landes.
Zum Angebot der Heilsarmee gehören auch zwanzig Brockis, zwölf Sozialberatungsstellen, Gefängnisseelsorge, Kinderkrippen, eine Sprachschule sowie vier Beratungsstellen für Menschen in der Prostitution. Ihre Organisationseinheit für internationale Entwicklung unterstützt in 13 Ländern des globalen Südens rund 300‘000 Menschen. Die Stiftung Heilsarmee Schweiz ist nicht gewinnorientiert und Zewo-zertifiziert.
Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie:
- Simon Bucher, Mediensprecher Heilsarmee Schweiz | Tel. +41 (0)76 365 75 59 | E-Mail