Wohnungslosigkeit
So hat Monika nach dem Klinikaufenthalt weder einen Job noch eine Wohnung. «Ich verbrachte einige Nächte im Freien. Obwohl es Sommer war, war das eine sehr harte Zeit», erinnert sie sich.
Ansonsten macht Monika Couch Surfing und übernachtet bei Kolleginnen und Kollegen auf dem Sofa. Ihre Möbel und einige Kartons kann sie bei einem Kollegen in der Garage lagern. Der Rest ihrer Habseligkeiten ist überall verstreut.
Nach etwa zwei Monaten trifft Monika zufällig auf eine Bekannte. Diese nimmt sie spontan bei sich auf. Monika meldet sich regulär bei der Verwaltung als Untermieterin und auch beim Sozialamt, das ihren Mietanteil übernimmt.
«Wir lebten seit zwei Jahren in einer Wohngemeinschaft, als die Schwester meiner Bekannten schwer erkrankte und Unterstützung im Alltag benötigte», erklärt Monika. So lösen die beiden Frauen ihre WG auf.
Ein Zuhause und Gemeinschaft bei der Heilsarmee
Monika sucht verzweifelt eine Wohnung, findet aber keine, die sie sich leisten kann. Wieder droht ihr ein Leben ohne ein sicheres Zuhause. Da bietet ihr das Sozialamt eine Übergangslösung: «Ich dachte, sie schicken mich in die Notschlafstelle. Ich hatte Angst.»
Doch was Monika dann im Wohnhaus der Heilsarmee an der Molkenstrasse vorfindet, übertrifft Ihre Erwartungen. Ein freundliches Zimmer, Gemeinschaft und Wertschätzung. «Ich war überwältigt», erzählt sie strahlend.
Judith Nünlist
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Marcel Reuter
Es ist immer wieder unfassbar, wie das Schicksal zuschlägt.
Mehrere Tritte ins Gesicht, auf jemanden, der schon am Boden liegt.
Und es ist unglaublich, was der Mensch aushalten kann, auch wenn man es zuerst nicht aushält.
Ein kostbares Geschenk
„Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen (oder Seelenhunde, etc.) ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.
Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie garnicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt, und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Ferner: je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. Man muß sich hüten, in den Erinnerungen zu wühlen, sich ihnen auszuliefern,
wie man auch ein kostbares Geschenk nicht immerfort betrachtet, sondern nur zu besonderen Stunden und es sonst nur wie einen verborgenen Schatz, dessen man sich gewiß ist, besitzt; dann geht eine dauernde Freude und Kraft von dem Vergangenen
aus. … Vom ersten Aufwachen bis zum Einschlafen müssen wir den anderen Menschen ganz und gar Gott befehlen und ihm überlassen, und aus unseren Sorgen um den Andren
Gebete für ihn werden lassen.“
Dietrich Bonhoeffer