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Mit einem Jubiläumsanlass hat die Heilsarmee am Freitag, 16. Oktober, das 120-jährige Bestehen ihres Männerwohnhauses in Basel gefeiert. Gäste aus Politik, Sozialwesen und Heilsarmee würdigten die lange Geschichte des Hauses und dessen Bedeutung für Männer in schwierigen Lebenssituationen. Das Jubiläum stand unter dem Motto «120 Jahre Männergeschichten» und stellte die Menschen ins Zentrum, die hier Unterstützung, Stabilität und neue Perspektiven gefunden haben.
Die Geschichte des Männerwohnhauses begann im Jahr 1906. Der amerikanische Heilsarmee-Offizier Robert Kingston initiierte damals das neuartige Projekt eines «Männer-Arbeiter-Heims» an der Rheingasse. Bereits in der ersten Nacht fanden 19 Männer unterschiedlicher Nationalitäten Unterkunft, nur wenige Tage später waren es bereits 41. Das Haus verfügte über 100 Betten und richtete sich an Arbeiter, Pensionsgäste und obdachlose Männer.
Schon damals vertrat die Heilsarmee einen offenen Ansatz. In den historischen Unterlagen wurde festgehalten, dass niemand aufgrund seiner religiösen Überzeugung ausgeschlossen werden dürfe. Entscheidend seien die Bedürftigkeit und die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen.
Auch das Leben im Wohnhaus sah vor 120 Jahren anders aus als heute: Ein Schlafplatz im Mehrbettzimmer kostete 30 Rappen pro Nacht und ein Desinfektionsapparat sollte unerwünschte «Schmarotzer» in der Kleidung beseitigen. Gleichzeitig wurden Gutscheinhefte verkauft, damit Bedürftige Zugang zu Unterkunft und Unterstützung erhalten konnten.
Seither hat sich das Haus mehrfach verändert. Aus dem ursprünglichen Arbeiterheim wurde über die Jahrzehnte ein modernes sozialpädagogisches Wohnangebot. Heute finden im Männerwohnhaus 44 Männer mit psychischen Beeinträchtigungen, Suchterkrankungen oder leichten körperlichen Einschränkungen ein Zuhause sowie eine individuelle und bedürfnisgerechte Begleitung. Ziel ist die Stabilisierung ihrer Lebenssituation und die Förderung grösstmöglicher Selbstständigkeit.
Im Rahmen des Jubiläumsanlasses gaben zwei Bewohner persönliche Einblicke in ihre Lebensgeschichten und zeigten auf, welche Bedeutung das Männerwohnhaus für ihren Weg hatte. Die 50 Gäste erhielten damit einen unmittelbaren Eindruck davon, wie sich der Auftrag der Institution in den vergangenen 120 Jahren gewandelt hat und gleichzeitig derselbe geblieben ist: Menschen in schwierigen Lebenssituationen ein Zuhause, Begleitung und neue Perspektiven zu bieten.
«Seit 120 Jahren richtet sich unser Angebot nach den Bedürfnissen der Menschen. Im Zentrum steht dabei bis heute der einzelne Bewohner: Wir wollen ihm mit unkomplizierter Unterstützung, einem offenen Ohr und einem sicheren Zuhause ermöglichen, seine Würde zurückzugewinnen und möglichst selbstständig zu leben», so Thomas Baumgartner, Gesamtleiter Wohnen und Begleiten Basel der Heilsarmee.
Zu den Gästen gehörten unter anderem Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel-Stadt, sowie Christoph Fenner, Leiter der Abteilung Behindertenhilfe Basel-Stadt. In ihren Grussworten würdigten sie die wichtige Rolle des Männerwohnhauses für das soziale Netz der Region Basel. «Mir kommt das Männerwohnhaus heute jünger, moderner und freundlicher vor als vor zehn Jahren», so Christoph Fenner.
Mit dem Jubiläum blickte die Heilsarmee dankbar auf 120 Jahre Engagement zurück. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Männerwohnhaus auch heute einen wichtigen Beitrag dazu leistet, Menschen in schwierigen Lebenslagen Halt, Orientierung und neue Zukunftsperspektiven zu geben.
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