Monika-Aeschbach-Küche
Monika-Aeschbach-Küche

Monika Aeschbach ist immer für einen Spass zu haben.

Aufgewachsen ist Monika Aeschbach als Jüngste von drei Schwestern in einer Wirtefamilie. Bereits früh hilft sie im Familienbetrieb mit und lernt das Gastgewerbe von Grund auf kennen. Als sie eine Lehre machen soll, ist für Monika klar: «Ich will in die Gastronomie.»

Ihr Vater besteht jedoch darauf, dass sie ‹etwas Richtiges› lernt. Also macht sie eine Ausbildung zur Modeverkäuferin und Änderungsschneiderin. Doch bald zieht es sie zurück in die Gastronomie.

Hochs und Tiefs

Mit 17 heiratet Monika erstmals. Trotz einiger Zweifel gibt ihre Mutter schliesslich die Einwilligung. Die Ehe hält nur sechs Monate. Von einem Fehlschlag lässt sich Monika aber so leicht nicht irritieren.

Sie verliebt sich erneut und diesmal hat auch ihre Mutter keine Zweifel: «Dann kam der Tag der Hochzeit. Beim Essen verliess er unter dem Vorwand eines wichtigen Anrufs den Raum und blieb für immer verschwunden», erinnert sie sich.

«Ich lasse mich nicht leicht irritieren.»

Monika Aeschbach

Auch von diesem Schock lässt sich Monika nicht niederringen. Sie arbeitet bei Verwandten in Pizzerien, hilft im brasilianischen Restaurant ihres Onkels, jobbt überall, wo sie gebraucht wird.

Später übernimmt sie gemeinsam mit einem befreundeten Koch ein eigenes Restaurant. Nach zweieinhalb Jahren folgt der Konkurs. Monikas Geschäftspartner bricht zusammen, versucht sich gar das Leben zu nehmen. Monika hält durch. «Wir haben es wenigstens probiert», sagt sie.

Eine neue Liebe

Nach Jahren als Single tritt Christian in Monikas Leben – ihre grosse Liebe. Zwölfeinhalb Jahre sind sie ein glückliches Paar. Sie wollen gemeinsam eine Familie gründen und alt werden.

Nach ein paar Jahren erkrankt Christian schwer, wird arbeitsunfähig und pflegebedürftig. «Mein Einkommen reichte nicht aus, um unsere damalige Wohnung zu finanzieren. So mussten wir sie aufgeben», erzählt Monika.

«Keine leichte Zeit, aber wir hatten ja uns.»

Monika Aeschbach

Die nächsten zwei Jahre lebt das Paar mit seinen beiden Hunden in einem Wohnwagen. Nebst ihrer Arbeit pflegt Monika ihren Partner. Christian erholt sich, kann wieder seiner Arbeit nachgehen und das glückliche Paar zieht wieder in eine Wohnung.

Krankheit und Tod

«Was auch immer in meinem Leben geschah, meine Mutter war stets für mich da», erzählt Monika mit liebevoller Stimme und führt weiter aus: «Als sie pflegebedürftig wurde, war es daher selbstverständlich für mich, dass ich nun dasselbe für sie tun würde.»

Monika zieht zu ihrer Mutter, gibt ihren Job auf und arbeitet Teilzeit, um die Pflege übernehmen zu können.

Eineinhalb Jahre später ändert sich das Leben von Monika schlagartig: Zuerst sterben die beiden Hunde, dann verstirbt ihre Mutter. Auf den Tag vier Wochen später folgt der Anruf, der Monika endgültig aus der Bahn wirft: Christian ist bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. «Innerhalb weniger Monate hatte ich alles verloren, was ich liebte», erklärt Monika leise.

M-Aeschbach-Garten
M-Aeschbach-Garten

«Ich lag in einer tiefen Pfütze und drohte zu ertrinken.»

Nach diesen schmerzvollen Verlusten fällt es Monika schwer, sich wieder aufzuraffen. Sie fühlt sich leer und funktioniert nur noch: «Ich konnte nicht mehr und war wütend auf die Welt. Meinen Schmerz betäubte ich mit Alkohol.»

Klinikaufenthalt

Nach kurzer Zeit realisiert Monika, dass sie sich mehr und mehr selbst verliert und zugrunde richtet. So rafft sie sich auf, packt ihr Leben neu an und holt sich Hilfe: Klinikaufenthalt und Tagesklinik.

Monika überwindet die Alkoholsucht, doch die Verluste lasten immer noch schwer auf ihrer Seele. Daher ist es ihr nicht möglich, sich direkt wieder in die Arbeit zu stürzen.

Inzwischen wurde die Wohnung der Mutter verkauft und der Erlös unter den Erbberechtigten aufgeteilt. Die Miete für die gemeinsame Wohnung konnte Monika allein nicht stemmen und so ist auch diese unterdessen neu vermietet.

«Allein hätte ich es vermutlich nicht geschafft.»

Monika Aeschbach

Wohnungslosigkeit

So hat Monika nach dem Klinikaufenthalt weder einen Job noch eine Wohnung. «Ich verbrachte einige Nächte im Freien. Obwohl es Sommer war, war das eine sehr harte Zeit», erinnert sie sich.

Ansonsten macht Monika Couch Surfing und übernachtet bei Kolleginnen und Kollegen auf dem Sofa. Ihre Möbel und einige Kartons kann sie bei einem Kollegen in der Garage lagern. Der Rest ihrer Habseligkeiten ist überall verstreut.

Nach etwa zwei Monaten trifft Monika zufällig auf eine Bekannte. Diese nimmt sie spontan bei sich auf. Monika meldet sich regulär bei der Verwaltung als Untermieterin und auch beim Sozialamt, das ihren Mietanteil übernimmt.

«Wir lebten seit zwei Jahren in einer Wohngemeinschaft, als die Schwester meiner Bekannten schwer erkrankte und Unterstützung im Alltag benötigte», erklärt Monika. So lösen die beiden Frauen ihre WG auf.

Ein Zuhause und Gemeinschaft bei der Heilsarmee

Monika sucht verzweifelt eine Wohnung, findet aber keine, die sie sich leisten kann. Wieder droht ihr ein Leben ohne ein sicheres Zuhause. Da bietet ihr das Sozialamt eine Übergangslösung: «Ich dachte, sie schicken mich in die Notschlafstelle. Ich hatte Angst.»

Doch was Monika dann im Wohnhaus der Heilsarmee an der Molkenstrasse vorfindet, übertrifft Ihre Erwartungen. Ein freundliches Zimmer, Gemeinschaft und Wertschätzung. «Ich war überwältigt», erzählt sie strahlend.

Betreutes Wohnen an der Molkenstrasse

Das Wohnhaus an der Molkenstrasse verfügt über 65 Plätze und bietet betreutes Wohnen für Menschen mit leichtem bis mittlerem Begleit- und Betreuungsbedarf. Die Einrichtung richtet sich an erwachsene Männer und Frauen mit psychischen, physischen und sozialen Beeinträchtigungen oder Suchtproblemen.

Bezugspersonen aus unserem Prozessbegleitungs-Team arbeiten gemeinsam mit den Bewohnenden an der Umsetzung individueller Zielsetzungen. Falls notwendig, stellen wir auch die Abgabe von Medikamenten sowie Pflege und Betreuung sicher.

Molkenstrasse-M-Aeschbach
Molkenstrasse-M-Aeschbach

Monika liebt den Umgang mit Menschen. Daher schätzt sie die Gemeinschaft mit den Bewohnenden und Mitarbeitenden sehr.

Monika hat wieder ein Zuhause, in dem sie sich geborgen fühlt. Das zeigt sie auch gern. Sie hilft in der Küche und hat immer ein offenes Ohr für die Anliegen der anderen Bewohnenden: «Sie nennen mich die gute Seele des Hauses», sagt sie mit einem Lächeln. Wer ein Problem hat, klopft an ihre Tür. Monika ist da, hört zu, urteilt nicht und reicht die Hand.

Inzwischen habe ich einen Mini-Job im Werkraum4 direkt hier im Quartier. Ich arbeite im Atelier und in der Recycling-Werkstatt. So habe ich Beschäftigung, Abwechslung und treffe neue Menschen. «Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich hier sein darf», bekräftigt sie.

Einen Traum hat Monika noch: «Ich möchte meinen Lebensabend in Italien verbringen, als ‹Nonna› auf einem Bänkli sitzend und bereit, sich die ‹Sörgeli› der anderen anzuhören.»

«Dank der einfühlsamen Unterstützung der Heilsarmee habe ich wieder Stabilität gefunden.»

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