Heidi-Imboden-Mag
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Heidi Imboden, neue Stiftungsratspräsidentin der Stiftung Heilsarmee Schweiz

Heidi Imboden, Sie sind in einer Heilsarmee-Offiziersfamilie aufgewachsen. Welche Erfahrungen haben Sie am stärksten geprägt?

Heilsarmeeoffizierinnen und -offiziere werden meist alle paar Jahre an neuen Orten eingesetzt. Daher bin ich als Kind oft umgezogen und wurde dadurch anpassungsfähig, flexibel und offen für Neues. Die Kehrseite davon ist, dass tiefe, langjährige Freundschaften nicht selbstverständlich entstehen konnten. Insgesamt habe ich dieses häufige Neuanfangen aber nie als Belastung erlebt, sondern eher als etwas Spannendes, das mir geholfen hat, meinen eigenen Weg zu finden und auch loslassen zu lernen.

Sie kennen die Heilsarmee von der Gemeindearbeit bis hin zur Weiterentwicklung der Heilsarmee in Österreich und Ungarn. Was haben Sie über die Menschen und den Auftrag der Heilsarmee gelernt?

Ich habe gelernt, dass der Auftrag der Heilsarmee überall derselbe bleibt: im Namen von Jesus Christus menschliche Not zu lindern, ohne Ansehen der Person. Je mehr unterschiedliche Bereiche ich kennengelernt habe, desto mehr ist mir aufgegangen, wie breit und vielschichtig dieser Auftrag ist. Gleichzeitig habe ich bei vielen Mitarbeitenden und Freiwilligen erlebt, mit wie viel Hingabe sie sich einsetzen.

Die Heilsarmee ist seit ihrer Gründung vor 160 Jahren offen für Frauen in Leitungsverantwortung. Welche Bedeutung hat es für Sie, nun als Frau an dieser Stelle zu stehen?

Mir ist bewusst, dass dieses Thema für viele eine besondere Symbolkraft hat. Für mich persönlich steht aber weniger im Vordergrund, dass ich eine Frau bin, sondern dass ich als Person mit meinen Gaben, Erfahrungen und beruflichen Fähigkeiten für diese Aufgabe gefragt bin. Das empfinde ich als grosse Wertschätzung und als Vertrauensbeweis. Gleichzeitig weiss ich es zu schätzen, dass mein Mann Daniel und ich über viele Jahre partnerschaftlich in der Organisation unsere Berufung leben konnten und dies auch weiterhin tun.

20260414 Heidi Imboden-99
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«Mir ist wichtig, alle Menschen als gleichwertig wahrzunehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.»

Heidi Imboden

Infos zur Person

Heidi Imboden (*1970 in Davos) ist mit Daniel Imboden verheiratet. Gemeinsam haben sie vier Kinder. Sie ist Heilsarmeeoffizierin, ehemalige Primarlehrerin und erfahrene Führungsperson. Sie war in der Kinder- und Jugendarbeit, als Gemeindeleiterin, im Personalwesen sowie in der territorialen Entwicklung für die Schweiz, Österreich und Ungarn tätig.

Die Heilsarmee begegnet Menschen oft in schwierigen Lebenssituationen. Was ist Ihnen im Umgang mit Menschen besonders wichtig?

Mir ist wichtig, alle Menschen als gleichwertig wahrzunehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Ich nehme mein Gegenüber ernst und möchte zuerst verstehen, aus welcher Lebenswelt heraus eine Person agiert. Zugleich ist es mir ein Anliegen, Menschen zu ermutigen und zu stärken. Dabei ist Jesus für mich das Vorbild: Er ist sehr unterschiedlichen Menschen begegnet, hat zugehört und gefragt: Was wünschst du dir, dass ich für dich tue?

Mit Weiterbildungen in Führung, Zusammenarbeit und Leadership haben Sie sich in den letzten Jahren gezielt weiterentwickelt. Was ist Ihnen in einer guten Führungskultur besonders wichtig?

Authentizität und Ehrlichkeit sind für mich zentral. Führung heisst für mich zuerst, Menschen zu mögen und ihnen so zu begegnen, wie man selbst behandelt werden möchte. Gleichzeitig beginnt gute Führung bei der eigenen Person: Ich muss meine Stärken und Schwächen kennen, meine Grenzen wahrnehmen und dazu stehen, dass ich nicht auf alle Fragen eine Antwort habe.

Sie übernehmen Verantwortung in einer Zeit, in der viele Menschen verunsichert sind. Welche Rolle kann die Heilsarmee hier aus Ihrer Sicht spielen?

Die Heilsarmee kann in einer unsicheren Zeit Stabilität geben. Für manche Menschen geschieht das ganz konkret durch praktische Hilfe und nachhaltige Unterstützungsangebote. Darüber hinaus kann die Heilsarmee Hoffnung vermitteln, Menschen auf ihrem Weg begleiten und Antworten auf Sinnfragen geben. Ich glaube, gerade in einer Zeit, in der viele orientierungslos sind, haben wir mit unserem Glauben an Jesus Christus ein Fundament, das Orientierung schenken kann.

Zum Schluss: Was wünschen Sie sich für die Heilsarmee in den kommenden Jahren?

Dass wir in allen Bereichen unserer Arbeit ganzheitlich für Menschen da sind – einerseits ganz praktisch, indem wir menschliche Not lindern, und andererseits, indem wir auf das lebensverändernde Potenzial einer lebendigen Glaubensbeziehung zu Gott hinweisen.

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