Nach 14 Jahren lassen sich seine Frau und er einvernehmlich scheiden: «Auch nach der Scheidung pflegten wir immer eine enge Beziehung – bis heute», bestätigt Alain Klarer. Gemeinsam mit einem Schweizer Finanzpartner gründet er die Produktionsfirma Balthazar Pictures, die 1991 Johnny Suede produziert mit dem Newcomer Brad Pitt in seiner ersten grossen Rolle. Der Film wird 1994 am Locarno Filmfestival mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet.
Trotzdem arbeitet Alain Klarer weiter erfolgreich als Regisseur. In dieser Zeit lernt er seine zweite Frau kennen. 1994 filmt er im Auftrag des IKRK die komplexe und menschliche Realität eines Gefangenenaustauschs zwischen Tel Aviv und Algerien: «Einer meiner ‹persönlichsten› Dokumentarfilme», erinnert sich Alain Klarer.
Schicksalsjahre
Seinen (bislang) letzten Film Around the Block realisierte er 1996 gemeinsam mit seiner Ex-Frau. Der Dokumentar-Spielfilm beleuchtet das das Leben eines New Yorker Stadtviertels durch die Augen seiner Bewohnerinnen und Bewohner.
Zwei Jahre später stirbt sein Geschäftspartner und Alain Klarer gibt die Firma auf. Kurz darauf zieht er mit seiner Frau nach London. Im Jahr 2000 verschlechtert sich der Gesundheitszustand seiner Eltern rapide und Alain Klarer reist in die Schweiz. «Geplant war ein Kurzaufenthalt, doch ich blieb in Zürich und gründete ein neues Unternehmen», erklärt er.
Und es lockt ein neues Projekt: ein Dokumentarfilm über eine 56-tägige Reise mit einem Hospitalschiff auf dem Amazonas. Alain Klarer ist begeistert und beginnt mit den aufwändigen Vorbereitungen. Doch privat gerät vieles ins Wanken: Seine zweite Ehe wird geschieden.
Judith Nünlist
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