Header_Hausundseinebewohner_Obstgarten
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Bunt, lebendig und ein bisschen extravagant – die Grossstadt als vorübergehendes Zuhause.

Seit vielen Jahrzehnten ist der Heilsarmee-Obstgarten im aargauischen Rombach ein Zufluchtsort und ein Zuhause für Menschen, die an einer psychischen Krankheit leiden oder sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden.

Inzwischen entsprachen die bestehenden Bauten den heute geltenden Ansprüchen jedoch nicht mehr, und so entschied sich die Heilsarmee für einen zeitgemässen und bedürfnisgerechten Ersatzneubau.

Vom Land in die Stadt

Bevor mit dem Bauprojekt gestartet werden konnte, brauchten die Bewohnenden des Obstgartens ein Zuhause für die zweijährige Bauphase. Dieses fand sich an der Geroldstrasse in Zürich, in einem bereits früher von der Heilsarmee genutzten Gebäude.

Neue Erfahrungen – neues Selbstverständnis

Inzwischen ist Ruhe und Stabilität im provisorischen Zuhause an der Geroldstrasse eingekehrt. Neue Routinen haben sich etabliert und Beziehungen wurden vertieft. Die Klientinnen und Klienten übernehmen vermehrt Verantwortung und beteiligen sich aktiv am Geschehen in der Einrichtung – zum Beispiel beim Backen, beim Geschirrspülen oder bei Reinigungsarbeiten. Zudem verbringen nun viele Bewohnende auch ausserhalb ihrer «Ämtli» mehr Zeit miteinander.

Obsti Geroldstrasse-ZH_567
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Die Zeit im Provisorium verbindet.

Haus-und-seine-bewohner2
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Für ein persönliches Gespräch findet sich immer Zeit.

Obsti Geroldstrasse-ZH_447
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Ein bisschen Spass muss sein!

Viele der Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre Vorbehalte gegenüber der Stadt zwischenzeitlich teilweise revidiert. So auch Sven: «Die Menschen hier sind viel offener, als ich erwartet hatte – gerade gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen. Das schätze ich sehr», führt er mit einem Lächeln aus.

Zudem sehr geschätzt werden die nahegelegenen Einkaufsmöglichkeiten, aber auch die hohe Mobilität durch den in wenigen Gehminuten erreichbaren Bahnhof Zürich Hardbrücke. Letzteres insbesondere von den Bewohnenden, die zweimal pro Woche selbstständig in die Tagesstruktur nach Rombach pendeln.

Obsti Geroldstrasse-ZH_748
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Alle packen mit an.

Die Tagesstruktur in Zürich wurde den räumlichen und örtlichen Gegebenheiten angepasst und bietet sinnvolle Beschäftigungen und individuelle Förderung. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Zusammenarbeit mit dem Heilsarmee-Café und der Brocki.

Im vorübergehenden Zuhause hat sich eine neue Form des Zusammenlebens entwickelt. Durch die Nähe und die Mitbestimmung engagieren sich die Klientinnen und Klienten verstärkt. «Die Bewohnenden haben mehr Selbstvertrauen gewonnen, mehr Selbstbestimmung entwickelt und sie sind aktiver, kommunikativer, freundlicher und hilfsbereiter geworden», fasst Lenka, eine Mitarbeiterin des Obstgartens, zusammen.

«Ich erlebe hier sehr viel Akzeptanz und Offenheit.»

Sven, Bewohner Obstgarten

Der neue Obstgarten

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Visualisierung des Neubaus in Rombach.

Mit dem Neubau erhalten alle Bewohnenden ihr eigenes Zuhause – vom Studio bis zur eigenen Wohnung. Darauf freuen sich alle, nicht nur die Klientinnen und Klienten: «Ein Rückzugsort, an dem sie sich wohlfühlen, war uns sehr wichtig», erläutert Daniel Stauffer, Bereichsleiter Wohnen im Obstgarten.

Nebst einem sicheren Zuhause bietet der Obstgarten auch eine sinnstiftende Tagesstruktur. Ziel ist es, Klientinnen und Klienten ganzheitlich zu begleiten und individuell zu fördern, damit sie Stabilität und neue Perspektiven gewinnen. Dabei hat die Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner einen sehr hohen Stellenwert.

Auch wenn es noch gut ein Jahr dauert, bis der Neubau bezugsbereit sein wird, schwärmt Sven bereits jetzt von seinem persönlichen zukünftigen Highlight im neuen Obstgarten: «Voraussichtlich bekomme ich ein kleines Studio mit eigenem Bad. Ich freue mich darauf, morgens und an den Wochenenden in meiner kleinen Kochnische Spiegeleier braten zu können. Am meisten freue ich mich aber auf die Ruhe an der Aare.»

Obstgarten – Wohnen und Tagesstruktur

Der Neubau in Rombach schafft moderne, vielfältige und bedarfsgerechte Wohn- und Lebensräume für Menschen in anspruchsvollen Lebenssituationen. Mit 34 Wohnplätzen und unterschiedlichen Wohnformen – vom Studio bis zur eigenen Wohnung – wird der individuellen Lebenssituation der Bewohnenden Rechnung getragen.

Die Zeit im Provisorium bringt viele positive Entwicklungen mit sich. So hat sich unter anderem eine Kultur entwickelt, in der Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als gemeinsame Aufgabe verstanden wird. «Diese Bereitschaft, Neues mitzugestalten und sich gegenseitig zu tragen, ist ein grosser Schatz, den wir in den neuen Obstgarten mitnehmen möchten», bekräftigt Danilo Plüss.

Auch für Daniel Stauffer steht fest: «Das Thema Selbstbestimmung und Mitwirkung steht im Zentrum. Das Mitplanen, die Teilnahme an Sitzungen und unter anderem das Mitbestimmen neuer Regeln, sagt den Bewohnenden sehr zu und macht auch den Mitarbeitenden Freude. Eine positive Entwicklung, die wir sicher auch im neuen Zuhause weiterführen.»

Mit dem neuen Obstgarten entsteht ein familiärer Wohn- und Betätigungsort, der selbstbestimmtes Leben ermöglicht, Gemeinschaft fördert und Teilhabe im Alltag konkret macht – damit Menschen Halt finden und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln können.

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Obsti Geroldstrasse-ZH_716
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