Auch privat lächelte Yannick das Glück zu. Sie lernte ihren Mann kennen und wurde schwanger. Ein Wunder – hatte man ihr doch mehrfach erklärt, dass dies aufgrund ihres Gesundheitszustands unmöglich sei. «Diese Schwangerschaft war für mich die Bestätigung, dass ich tatsächlich wie alle anderen sein konnte», erinnert sich Yannick. Einige Jahre später brachte sie ihre zweite Tochter zur Welt. Ihr Leben schien endlich einen normalen Verlauf zu nehmen.
Trennung, Depression und Sucht
Doch ihr Glück hielt nicht an. Yannick war das Opfer eines eifersüchtigen Ehemanns, der sie überwachen liess, sie schlug und ihr drohte. Ihr Selbstvertrauen wurde völlig zerstört, weshalb es für Yannick anfangs unvorstellbar war, ihn zu verlassen. «Ich war überzeugt, dass niemand eine armselige Frau wie mich mit zwei Kindern wollen würde», erzählt sie mit leiser Stimme.
Erst viele Jahre später, nach zahlreichen Misshandlungen und Demütigungen, darunter auch eine Verbrennung im Intimbereich, erkannte sie, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzte, wenn sie bei ihm blieb. Mit der Unterstützung ihrer Angehörigen fand Yannick schliesslich den Mut, ihn zu verlassen und Anzeige zu erstatten. Für Yannick begann der Kampf jedoch erst richtig: «Mein Selbstwertgefühl war komplett zerstört und ich fiel in eine schwere Depression.»
Raphaël Kadishi
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