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News von Andreas Stettler
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Brockis – zwischen Trend und Nachhaltigkeit
Andreas Stettler erklärt im SRF-Format «Rendez-Vous», warum Brockenhäuser und Secondhand-Shopping aktuell boomen – zwischen Nachhaltigkeit, Spargedanken und der Suche nach besonderen Schätzen. Der Beitrag zeigt, weshalb Brockis längst mehr sind als verstaubte Fundgruben und heute auch bei jüngeren Generationen im Trend liegen.
Morena Napoletano, Leiterin Marketing brocki.ch
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Eine Brocki-Kundin erzählt
Mit Herz, Handwerk und einer grossen Portion Kreativität durchs Leben
Wer Sabina Gerber aus Huttwil begegnet, trifft auf eine Frau voller Energie, Herzlichkeit und Bodenständigkeit. Nachhaltigkeit lebt sie nicht als Trend, sondern als Überzeugung: Erst prüfen, ob es in der Brocki zu finden ist, dann nochmals überlegen und erst wenn es wirklich nötig ist, neu
kaufen. Oft entscheidet sie sich sogar dafür, ganz auf Neuware zu verzichten. Dasselbe gilt auch umgekehrt: Alles, was bei ihr oder im Umfeld nicht mehr gebraucht wird, sammelt, sortiert und bringt sie in die Brocki. Zuvor versucht sie, Gegenstände zu reparieren. Kleidung, die wirklich nicht mehr geflickt werden kann, zerschneidet sie zu Lumpen – für den eigenen Landwirtschaftsbetrieb oder für den lokalen Maler. Sabina lebt Kreislaufdenken ganz selbstverständlich im Alltag.
Aufgewachsen mitten im Städtli, gemeinsam mit vier Schwestern, lernte Sabina früh, anzupacken. Schon als Schulkind unterstützte sie ihre Eltern im Haushalt oder half auf dem Hof ihrer Tante und ihres Onkels mit. In der Lernwerkstatt der BFF-Schule in Bern liess sie sich in der Handweberei ausbilden, ein Handwerk, das bis heute ihre kreative Seite prägt. Danach führte ihr beruflicher Weg sie durch verschiedene Stationen, unter anderem auch ins Altersheim, bevor sie – wie sie lachend erzählt – «über den Miststock» heiratete. Heute ist sie stolze Mutter von vier Söhnen und bald fünffache Grossmutter. Als junge Mutter absolvierte sie noch die hauswirtschaftliche Bäuerinnenausbildung, eine strenge, aber erfüllende Zeit, und hilft seitdem auf dem Familienbetrieb mit. Der Betrieb liegt ausserhalb von Huttwil, neben dem Schwimmbad. Ein Ort, den sie liebt: «Im Sommer gehe ich mit den Grosskindern oft ins Schwimmbad.» Familie ist für sie das Wichtigste. Fast täglich besuchen Kinder oder Enkel den Hof – ein lebendiger Treffpunkt über Generationen hinweg.
Sabina weiss schon genau, worauf sie sich nach der Betriebsübergabe an ihren Sohn am meisten freut: mehr Zeit zum Basteln, Nähen und für die Grosskinder. Diese Kreativität kann Sabina mithilfe von Brockis besonders gut ausleben. Sie schätzt die Vielfalt an Produkten, insbesondere der
Textilien, Nähmaterialien und Bastelutensilien.
Ein Leben lang Secondhand – und die Brocki mittendrin
An ihren ersten Brockibesuch erinnert sich Sabina noch gut: Damals befand sich die Heilsarmee brocki.ch noch vorne im Städtli. «Früher hatten Brockis ein verstaubtes Image. Aber für mich war Secondhand schon immer normal.» Kleidung wurde getauscht, geflickt und so lange getragen, bis es wirklich nicht mehr ging.
Die Brocki wuchs stetig – und das Gebäude wurde bald zu klein. Sabina erlebte den Umzug an die Langenthalstrasse im Jahr 2000 hautnah mit. Aus zuvor 200 wurden plötzlich 750 Quadratmeter. Der neue Standort hatte für sie eine besondere Bedeutung: Früher war das Gebäude eine Mosterei, später ein Baugeschäft. Ihr Vater arbeitete dort bis zu seiner Pensionierung. Und draussen stand damals noch die grosse Mosterei-Waage, auf der Landwirte früher ihr Stroh wogen.
Auch am neuen Standort entwickelte sich die Brocki laufend weiter: neue Eingänge, eine modernisierte Warenannahme und ein immer professionelleres Erscheinungsbild. Als die Brocki weiter ausbaute, half Sabinas Sohn als Zimmermann mit und baute die heutigen hölzernen Zwischenböden ein. Im Verlauf der Jahre wuchs die Filialfläche mit weiteren Anpassungen schrittweise auf 2025 Quadratmeter an. Und das Wachstum geht bis heute weiter: Vor Kurzem konnte im Nachbargebäude die neue Möbelhalle eingerichtet werden – mit zusätzlichen 130 Quadratmeter Verkaufsfläche, die der Filiale noch mehr Raum für ihr vielfältiges Angebot verschafft.
Das heutige Brocki-Team ist Sabina besonders ans Herz gewachsen. «Das jetzige Team ist wie meine Familie», sagt sie mit einem Augenzwinkern. Sabina sagt oft lachend: «Andere gönnen sich eine halbe Stunde Café – ich gönne mir eine halbe Stunde Brocki.» Neben der Filiale in Huttwil besucht Sabina auch die Filiale in Luterbach, diese liegt auf dem Weg, wenn sie einen Teil ihrer Familie besucht. Und zu ihrem 60. Geburtstag gönnte sie sich einen Ausflug nach Einigen – ganz allein, nur sie und die Schatzsuche.
Drei- bis viermal pro Woche – manchmal mit Mission, manchmal einfach so
Meist kommt Sabina mit dem Velo – und das gleich mehrmals pro Woche. Oft sucht sie dabei nicht für sich selbst, sondern für andere. «Ich bekomme manchmal ganze Listen von Familie und Freunden zugesteckt», erzählt sie schmunzelnd. Aktuell hat sie eine besondere Mission: Sie darf ab jetzt die je nach Jahreszeit wechselnde Deko im Coiffeursalon ihrer «Fast-Schwiegertochter» machen. Dafür hält sie Ausschau nach einzigartigen Stücken, die dem Lokal eine persönliche Note verleihen. Zudem haben Sabinas Brocki-Schätze oft ein langes zweites Leben: Einmal fand sie für ihre Schwester eine Kenwood-Küchenmaschine, die sie gründlich reinigte und wieder auf Vordermann brachte. «Die Maschine war danach wie neu – und lief weitere 20 Jahre.»
Ihre Grosskinder beschenkt sie gerne mit Bastelmaterialien, Stoffen und – bald – einer ganz besonderen Überraschung: einer Bernina-Nähmaschine zum 10. Geburtstag eines ihrer Enkelkinder. «Das Stichbild ist perfekt. Und es ist dieselbe Maschine, die auch meine Mutter hat.»
Der Brocki-Besuch ist für Sabina Ausgleich, Inspiration und kleines Abenteuer zugleich. Diese Begeisterung gibt sie weiter: Erst ihre eigenen Kinder, heute auch ihre Grosskinder begleitet sie gerne in die Brocki. Nachhaltiges Konsumverständnis an die nächste Generation weiterzugeben, ist ihr ein grosses Anliegen. Ein weiterer Ausdruck davon: Sabina verschenkt gerne Brocki-Gutscheine – und erhält ebenso gerne welche. Und manchmal sind es die alltäglichen Fundstücke, die sie besonders erfreuen. Ihr Tipp an alle Brocki-Besucherinnen und -Besucher lautet deshalb: «Zeit mitbringen und sich treiben lassen. Der Fund kommt zu einem – nicht umgekehrt.»
Wir danken Sabina für ihre Zeit und ihr Engagement, ihre Werte von nachhaltigem Konsumverhalten auch an kommende Generationen weiterzugeben.
Katarina Golob, Marketing Koordinatorin brocki.ch
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